MitarbeiterIn Gemeindepädagogik gesucht!

Der Evangelische Kirchenkreis Bielefeld sucht möglichst zum 01.10.2019 im Rahmen des Projektes „Interprofessionelles Team“ für den Einsatz in der Kirchengemeinde Brake und den Kirchengemeinden Altenhagen/Milse eine/einen Mitarbeiterin/ Mitarbeiter in der  gemeindepädagogischen Arbeit (m/w/d) 39,0 Std./Wo., unbefristet. Weitere Informationen zum Projekt hier:

 

Projektumfeld

Im Nordosten der Großstadt Bielefeld wohnen 20.000 Menschen. Das Thema „Einsamkeit im Alter“ lässt sich in manchen Häusern, besonders in den Ostteilen wahrnehmen. Raumplanerisch bildet hier die Herforder Straße (B61) eine echte räumliche Grenze zwischen dem westlichen (Brake), und dem östlichen Teil (Altenhagen/Milse). Topografisch stehen in Brake Kirchgebäude und Gemeindehaus attraktiv nahe dem Siedlungskern. Im östlichen Teil ist die Ev. Kirche ist zukünftig mit der kleinen, 2016 zukunftsfest umgebauten, Kirche Milse und einem einzelnen „Zentrumsraum Altenhagen“ präsent – beide etwas abseitig gelegen. Die Erfassung der Gemeindeglieder hat zu beachten, dass die Kirchengemeinden Altenhagen und Milse zum 1.1.2021 fusioniert sein werden (deshalb i.F.: Altenhagen/Milse), mit dem Gottesdienstzentrum am Gemeindeweg, also als Gemeindegliederzahlen: Westlicher Teil/Brake 3650 plus Östlicher  Teil/Ah-Mi 3700 gleich Gesamt 7350. Die Präsenz evangelischen Lebens ist volkskirchlich: Erkennbar an relativer Stabilität der Kasualien Taufe und Beerdigung; und an der engen Verbindung der Kirchengemeinden zu Vereinen und sozialen Trägern. Besuche der PfarrerInnen in den Häusern erfreuen sich hoher Akzeptanz – unabhängig davon, ob Kirche oder Gemeindehaus für Veranstaltungen besucht werden.  Das Leben in Kirche und Gemeindehaus in Brake ist von einer starken, selbstorganisierten Seniorenarbeit (wenig Unterstützungsarbeit notwendig) und von einigen etablierten Angeboten für Familien und stabilem Gottesdienstbesuch bestimmt. Das Leben in Kirche und Gemeindehaus in Altenhagen ist durch Schrumpfung in den letzten Jahren und der nun vereinbarten Aufgabe des Gebäudes dominiert, klar ist aber: Der lebendige Posaunenchor Altenhagen und die wachsende Frauenhilfe Altenhagen brauchen Unterstützung. Der dann fusionierte Posaunenchor wird im Milse Ort und Begleitung finden. Die Seniorenangebote „Erzählfrühstück Milse“ und das neue Hochaltrigenangebot „Erinnern&Erzählen“ in Milse sind konzeptionell zu integrieren. Bedarfe  können unterschiedlich erhoben werden: In Brake ist von den 4 aktiven Angeboten für Familien aus zu denken. Auch wenn die Kennzahl von 342 Kindern (u14) nur demographischen Durchschnitt bildet. Der Bedarf des Ausbaus der Seniorenarbeit im Ostteil lässt sich schon alleine von den Zahlen her darlegen: 1120 Menschen von 3700 gesamt sind älter als 65 Jahre, 230 alleine Hochaltrig (ü85) – ohne eine echte Pflegeeinrichtung im Bereich!

Entwicklungssituation Hauptamtlichenteams und Pfarrämter

 Redlich sind zwei Ebenen zu unterscheiden: Über den gesamten Bereich A-B-M erfolgen pfarramtliche Absprachen, Zeitplanungen und Einbindung der gemeinsamen Gemeindebüromitarbeiterin und des gemeinsamen Jugendreferenten erfolgreich. Als Steuerungsinstrument auf dieser Ebene steht die „Plattform A-B-M“, eine beschließende Versammlung nach Art 78.3 KO, zur Verfügung. Echte Hauptamtlichenteams, also wo Wahrnehmungen einzelner Gemeindeglieder geteilt, Konzepte erarbeitet werden und Hauptamtliche – auch die insgesamt 6 Kirchenmusiker – sich heimisch fühlen, werden dauerhaft 2 bestehen: Ein Nukleus in Brake und ein sich gerade bildender Arbeitskern Altenhagen/Milse mit zukünftigem Ort in Milse. Auch die Steuerung der Seniorenarbeit wächst hier durch den Arbeitskreis Seniorenarbeit Altenhagen/Milse zusammen. Fast ab sofort hat jede Pfarrstelle à 100 % folgende Aufgaben: Sichtbarer öffentlicher PartnerIn in jeweils einem Siedlungsgebiet / Leitung und Entwicklung einer Gemeinde von 3700 Seelen / Unterstützung und Einbindung von 3-4 KirchenmusikerInnen / Unterstützung und Einbindung von 50% JugendiakonIn (Schwerpunkt in Milse) / Unterstützung durch Gemeindsekretärin (Schwerpunkt in Brake) / Kasualien für 3700 Seelen / Gottesdienstversorgung einer (!) Gottesdienststätte / Konfirmandenarbeit mit 25-35 Konfis p.a. Diese Situation wird langfristig strukturell gleich bleiben. Unübersehbar ist aber: Das Hauptamtlichenteam muss erkennbar erweitert werden!

Entwicklungsziele für Familien und SeniorInnen

Für Brake. Zunächst: - die Begleitung der Mitarbeiterinnen des „Gottesdienstes für Alt und Jung“, sowie die Mitwirkung in diesen Gottesdiensten die Teilnahme an den Taufabenden der Gemeinde mit dem Ziel, hier jungen Eltern die Angebote der Gemeinde vorzustellen und sie dazu einzuladen die Unterstützung des Teams der Frauenabende „meine Zeit“ u.a. auch durch die Gewinnung von ReferentInnen. Des Weiteren soll der/die Mitarbeiter/in ein Konzept und daraus weitere Formate entwickeln, durch die Familien angesprochen werden, sich in das Leben der Gemeinde einzubringen – entweder als Teilnehmende oder auch als Mitarbeitende. Eine Verzahnung der Familienarbeit mit anderen Bereichen der Gemeindearbeit wäre wünschenswert.
Für Altenhagen/Milse. Zunächst: Besuche bei Seniorinnen und Senioren im Stadtteil Altenhagen/Milse die Begleitung der Mitarbeiterinnen zuvorderst der „Frauenhilfe Altenhagen“, aber auch Einbindung von „Erinnern&Erzählen Milse“ und „Abendkreis Milse“ Jeweils Eröffnung und Präsenz bei Seniorenangebot „Erzählfrühstück Milse“ Ausbau der Angebote um „Milser Schloss Seniorenwohnen“, mglw. Seniorengottesdienst Des Weiteren soll der/die Mitarbeiter/in ein Konzept und daraus weitere Formate entwickeln, die Männer einbinden; dement Lebende zu Hause unterstützen – insbesondere deren Partner und Familienangehörige; und – mit Ehrenamtlichen – die vielen „jungen SeniorInnen U70“ in Kontakt bringen.

Entwicklungsziele für Team und Pfarramt

Das Team soll sich durch die Ergänzung durch eine/n Mitarbeiterin/Mitarbeiter in der gemeindepädagogischen Arbeit wie folgt entwickeln: Die Fachlichkeit insgesamt und das Denken in verschiedenen hauptamtlichen Blickwinkeln nimmt zu. Neben den schon bestehenden Spezialisten für Jugend, Gottesdienst, Verwaltung und Musik kommen der organisierte Blick aus der Richtung von SeniorInnen und Familien hinzu. Das Pfarrbild des Generalisten hat ausgedient. Die zukünftigen beiden PfarrerInnen werden durch die Arbeitsaufteilung erkennbar entlastet, z.B.: Der/die aus Brake braucht nicht bei den Taufelternabenden präsent sein, der/die aus Milse weniger Besuche bei Seniorinnen absolvieren.

Entwicklungsziele für den Kirchenkreis

Der demographische Wandel verändert das Leben in unserer Gesellschaft und wirkt sich damit auch auf die Altersstruktur der Kirchengemeinden des Kirchekreises, mithin auch auf das kirchliche Leben aus. Die Herausforderungen vor denen Menschen im fortgeschrittenen Alter stehen sind mannigfach und reichen von Fragen der Gesundheit über Mobilität und sozialer Vernetzung bis hin zu den Herausforderungen, die sich durch die Digitalisierung im weiten Bereich der Kommunikation ergeben.   Der Kirchenkreis will als Kirche nah bei den Menschen bleiben und diese Nähe durch den Einsatz von Personal gewährleisten. Angesichts der Prognosen zur Personalentwicklung und den Herausforderungen, die sich aus den Personalberichten der Landessynode ergeben, ist es ein Anliegen, das Thema der pastoralen Versorgung von dem der pfarramtlichen Versorgung zu unterscheiden und die Möglichkeiten der Interprofessionalität zu stärken.  Der Ev. Kirchenkreis Bielefeld investiert von daher in den Aufbau eines interprofessionellen Teams mit den Zielen: Familien und SeniorInnen sollen im Kirchenkreis und in den Kirchengemeinden Ansprechpartner haben, die für pastorale Aufgaben qualifiziert und zugerüstet sind. Dies bei einer sich abzeichnenden Unterversorgung im Bereich der PfarrerInnen sicherzustellen ist ein eigenes Ziel. Der Ev. Kirchenkreis sieht die enorme Belastung, die zukünftig auf den beiden PfarrstelleninhaberInnen Brake und Altenhagen/Milse (allein schon: 3700 Seelen) ruhen wird und stellt zusätzliche Mittel bereit. Die Investition soll dazu dienen, dass alle Hauptamtlichen gerne ihren Dienst tun können und in der Fülle der Aufgaben gesund bleiben. Das interprofessionelle Team soll idealer Weise Modell werden für weitere Kirchengemeinden im Kirchenkreis, die in den kommenden Jahren angesichts der bestehenden Herausforderungen über ähnliche Lösungen nachdenken. Das Team soll Überzeugungsarbeit über A-B-M hinaus leisten. Dem Kirchenkreis steht ein weiterer gemeindepädagogischer Mitarbeiter mit gemeindenahen Erfahrungen zur Verfügung – in Zeiten kommenden Fachkräftemangels eine Option mehr.

Konzept Arbeitsstruktur MitarbeiterIn in der gemeindpädagogischen Arbeit

Für eine „MitarbeiterIn in der gemeindepädagogischen Arbeit mit den beiden Schwerpunkten Familien und SeniorInnen“ über dem Gebiet künftig zweier Kirchengemeinden besteht keine Blaupause. Um möglichst wenig Energie in die Struktur und möglichste viel in Kreativität und Präsenz für die Menschen zu investieren, wird die Arbeit folgendermaßen strukturiert: Dienstvorgesetzter ist der/die SuperintendentIn, mit der Möglichkeit die/den MitarbeiterIn nach Ende des Projektes auch anders einzusetzen. Vor allem ist eine/einer der Team-KollegInnen im Team damit im Konfliktfalle nicht zugleich auch Dienstvorgesetzter. Fachvorgesetzter muss ortsnah sein und von „einer“ Person wahrgenommen werden. Letzteres um die unterschiedlichen Ansprüche der Gemeinden miteinander in einer Hand zusammen zu führen. Dies kann nicht alleinige Angelegenheit der/des MitarbeiterIn sein. Hier naheliegend: Fachvorsitz übernimmt Vorsitzende/r der Plattform. Der seit 2016 auch die gemeinsame MitbeiterIn Büro begleitet – an diese gute Erfahrung wird angeknüpft. Das Gegenüber für die Entwicklungsfragen beider Fachgebiete und zugleich Einbindung der Ehrenamtlichen durch Verantwortung geschieht aber getrennt, die Plattform ist für solche „Suchbewegungen und weichen Absprachen“ kaum geeignet, deshalb: Arbeitskreis Seniorenarbeit in Altenhagen/Milse; Presbyterium Brake mangels Fachkreises in Brake.

 

Ausschreibung

Die Unterlagen finden Sie hier.

Für weitere Informationen steht Ihnen Pfr. Dr. Wagner, Tel. 0521/74903, E-Mail-Adresse: gerald.wagner@kirche-bielefeld.de gern zur Verfügung.